Unser pädagogisches Profil

Die Evangelische Kirche in Stuttgart unterhält 268 Gruppen in 104 Einrichtungen. 5.500 Kinder werden in diesen Einrichtungen betreut. Es befindet sich fast in jeder Kirchengemeinde ein evangelischer Kindergarten, manchmal auch mehrere. Die Ganztagseinrichtungen sind über das ganze Stadtgebiet verteilt.

Die Evangelische Kirche in Stuttgart bietet in den Kindergärten, Ganztagseinrichtungen, Krippen, Kinderhäusern und Kinder- und Familienzentren die Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder auf der Basis der christlichen Botschaft an.

Der gesetzliche Auftrag der Kindertageseinrichtungen ist es, die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern. Unsere Kindertageseinrichtungen ermöglichen jedem Kind, die notwendigen Fertigkeiten individuell und altersgerecht zu erwerben.
Dies geschieht durch neue Impulse und die Auseinandersetzung im Spiel, durch Begleitung und das soziale Miteinander in der Gruppe und durch ein erzieherisches Umfeld, in dem die Kinder Möglichkeiten zur Partizipation haben.

In den Einrichtungskonzeptionen, die die Vorgaben des Evang. Kirchenkreises und des Orientierungsplans des Landes Baden-Württemberg berücksichtigen, werden die Ziele und Leitlinien zur pädagogischen und religionspädagogischen Orientierung in den Einrichtungen, der pädagogische Alltag und die Zusammenarbeit im Team beschrieben. Es werden verschiedene Bereiche wie die wichtige Zusammenarbeit mit den Familien den Blick genommen.

  • extension Ziele der pädagogischen Arbeit in den evangelischen Kindertageseinrichtungen in Stuttgart

    Die Ziele in der pädagogischen Arbeit sind zum einen Teil gesetzlich vorgegeben und entsprechen aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Kindheitspädagogik. Zu einem anderen Teil entspringen sie aus dem Auftrag und Selbstverständnis des Trägers.
    Weitere Zielsetzungen finden sich in dem Bestreben, Kindern für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit zu ermöglichen.

    Wir informieren Eltern über alle wichtigen Vorhaben und Ergebnisse unserer Arbeit, machen unsere pädagogische Arbeit transparent und nehmen uns Zeit für den aktiven Austausch mit Eltern. Dabei legen wir Wert auf ein beidseitiges offenes und kooperatives Miteinander.

    Wir unterstützen die individuelle Entwicklung eines Kindes durch Vertrauen, Wertorientierung, Strukturen und Impulse und geben Hilfen zum Gestalten eines friedlichen Miteinanders.

  • extension Ziele bezüglich des Kindeswohls

    Kindeswohl ist ein Begriff, der uns allen am Herzen liegt. Kindeswohl ist ein Thema, das einen sensiblen und fachlich verantworteten Umgang fordert. Darum benötigen Mitarbeitende in den Kindertageseinrichtungen Unterstützung, Informationen und Hilfestellungen.
    Als Verantwortliche der Evangelischen Kirche in der Kinder- und Jugendarbeit orientieren wir uns an den rechtlichen Vorgaben. Darüber hinaus sind uns beim Thema Kindeswohl christliche Grundwerte zentral. Diese wollen wir an die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen weitergeben.

    Nähe und Distanz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind wichtige Stichworte, die einen verantwortungsbewussten Umgang erfordern. Dazu gehören das Einhalten von Grenzen und die Achtung von Bedürfnissen jedes Einzelnen, ob Kind, Jugendlicher oder Mitarbeitende. 
    Dies erfordert eine hohe Sensibilität in der täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

    Die Abteilung Jugend und Soziales hat die Handreichung erstellt "Kinder schützen - eine Handreichung für die Kindertageseinrichtungen im Evang. Kirchenkreis Stuttgart". Diese dient den Fachkräften und allen Mitarbeitenden als Orientierung für ihre Arbeit.

    Einblick in die Broschüre "Kinder schützen" - Auszug

    Die Broschüre ist für 10 Euro erhältlich. Bestellung der Broschüre "Kinder schützen"

  • extension Ziele und Grundsätze der Bildung

    Orientierungsplan Baden-Württemberg, 2011

    • Evangelische Kindertageseinrichtungen sind Bildungseinrichtungen, die in vielfältiger Weise Kinder zum Lernen anregen.
      Wir respektieren den individuellen Lernverlauf des Kindes und stärken die Zuversicht und das Zutrauen der Kinder in das eigene Leistungsvermögen.

    • Individuelle Begleitung ist uns ein Anliegen. Wir beobachten Kinder in ihren Entwicklungsfortschritten und reflektieren sie. In Entwicklungsgesprächen mit den Eltern (Erziehungs- und Bildungspartnerschaft) suchen wir gemeinsam nach Möglichkeiten der individuellen Förderung.

    • Wir fördern Kinder in ihrer religiösen Bildung und unterstützen ihre Familien bei der religiösen Erziehung. Wir achten das Recht der Kinder und ihrer Familien auf Religion. Wir ermöglichen Kindern sinnstiftende und spirituelle Erfahrungen durch das Kennenlernen des Evangeliums mit Hilfe von biblischen Geschichten und die Teilnahme an der Gemeinschaft einer Kirchengemeinde, durch Gottesdienste, christliche Rituale und Feste im Kirchenjahr. Dabei respektieren wir den religiösen und kulturellen Hintergrund der Kinder.

    • Begabungen betrachten wir als Geschenk, über die jeder Mensch von Geburt an verfügt. Diese Potentiale sind nicht immer eindeutig erkennbar. Sie treten oft erst allmählich hervor oder werden gar nicht erkannt. Wir wollen Kindern helfen und sie ermutigen, die eigenen Begabungen zu entdecken und ihnen Gelegenheiten schaffen, sich mit ihren besonderen Fähigkeiten in der Gemeinschaft zu erleben und zu zeigen.

    • Wir geben Kindern Zeit, Raum und Mittel für selbstentdeckendes Lernen und Forschen. Wir schaffen vielfältige Spiel- und Experimentierangebote und greifen die Interessen der Kinder in weiterführenden Projekten auf.

    • Kindliche Vorstellungen über Zusammenhänge bei Menschen, in der Natur und bei sich selbst achten wir als wichtige Entwicklungsschritte. Wir beobachten Kinder in der Auseinandersetzung mit der Umwelt und geben ihnen Raum, eigene Erklärungsmodelle und Bedürfnisse zu entwickeln und zum Ausdruck zu bringen.

    • Wir bieten Kindern Lernmöglichkeiten in der näheren und weiteren Umgebung, die ihre Wissbegierde und Lernfreude anregen. 
  • extension Ziele und Grundsätze der Erziehung

    • Wir geben Kindern ein Beispiel für ein gerechtes und friedliches Miteinander im biblischen Sinne, in dem wir Kindern den liebevollen und achtsamen Umgang mit der Schöpfung - Menschen, Pflanzen und Tiere - vorleben und ermöglichen. Durch Anteilnahme, Verzeihen und Ermutigung werden die Kinder gestärkt, mit Freude, Leid und Ungerechtigkeit umzugehen.

    • Wir beteiligen Eltern als Bildungs- und Erziehungspartner bei der Weiterentwicklung unseres Angebotes und nutzen ihre Ideen und Fähigkeiten zur Optimierung von Qualitätsprozessen.

    • Unser Verständnis von Erziehung basiert auf der Reflexion von Erfahrungen und Beobachtungen im unmittelbaren Umgang mit Kindern. Wir orientieren uns an relevanten wissenschaftlichen Erkenntnissen (z.B. neueste pädagogische Erkenntnisse, Entwicklungs- und Lernpsychologie, Verhaltens- und Kognitionsforschung).

    • Wir kooperieren mit anderen Institutionen und Organisationen, um Familien eine bestmögliche Unterstützung in Entwicklungsfragen, Bildungsfragen und Erziehungsfragen zu ermöglichen.

    • Wir begleiten Kinder in ihren Bestrebungen, sich selbst, eigene Vorstellungen und Bedürfnisse unter Beachtung sozialer Regeln zu verwirklichen, die vom christlichen Gebot der Nächstenliebe bestimmt sind.

    • Wir beteiligen Kinder an der Erarbeitung von Regeln und Planungen für die Gemeinschaft und übertragen ihnen Verantwortung.
  • extension Ziele und Grundsätze der Betreuung

    Unsere pädagogische Arbeit entwickeln wir unter der Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Lebenswirklichkeiten und Lebensfragen der Familien und Kinder; ausgehend von der christlichen Überzeugung, dass alle Menschenkinder als Geschöpfe von Gott geliebt werden und deshalb eine ihnen eigene Würde besitzen.

    Wir respektieren individuelle Unterschiede. Wir achten die persönlichen Eigenheiten und die kulturellen und religiösen Besonderheiten von Eltern und Kindern. Wir setzen uns ein für Toleranz, ein friedliches Miteinander und wenden uns gegen jede Form von Gewalt, Unterdrückung und Benachteiligung.
    Wir nehmen Kinder ohne Rücksicht auf Nationalität, Konfession oder Weltanschauung auf.

    Wir begegnen allen Kindern und ihren Eltern freundlich, aufmerksam, offen und unvoreingenommen. Wir legen Wert auf ein offenes und kooperatives Miteinander.

    Unser Angebot berücksichtigt den Betreuungsbedarf und die Betreuungswünsche von Familien in unserem Einzugsgebiet, die sich an den Bedingungen der Einrichtung orientieren.

Mit dem Beobachtungsverfahren "Lerngeschichten" können die individuellen Lernprozesse eines Kindes ganzheitlich und stärkenorientiert wahrgenommen, qualitativ ausgewertet und die pädagogische Alltagsarbeit daran ausgerichtet werden.
Dabei wird an der inneren Motivation, an den Interessen und Fähigkeiten eines Kindes angeknüpft, diese werden weitergeführt und gestärkt. Die Prozesse und Situationen eines Kindes stehen im Mittelpunkt. Die pädagogische Fachkraft lädt im Dialog das Kind zum Nachdenken über sein Lernen ein. Durch das Wahrnehmen und die wertschätzende Rückmeldung der Lernprozesse werden die Lernmotivation und das Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt. Damit können auch schwierige Aufgaben und Herausforderungen besser bewältigt werden.